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Cloppenburg, Ausgabe vom Freitag,
24.10.08
Leharstraße auf Sprung zur
Ganztagsschule
400 Kinder nehmen die Nachmittagsbetreuung an
Cloppenburg (kre) – Ein Jahr lang hat die Haupt- und Realschule
Leharstraße Aufbauarbeit geleistet, jetzt ist die Ganztagsbetreuung an
vier Wochentagen fest eingerichtet. 400 Kinder und Jugendliche von der
Klasse 5 bis zur 9 nehmen ab Montag wieder an den Arbeitsgemeinschaften
und Aktionen am Nachmittag teil. Das berichtete der stellvertretende
Leiter, Klaus-Siegfried Bartke, im Gespräch mit der MT.
Die Beteiligung ist für ein freiwilliges Angebot gut. 525 Schüler/innen
besuchen die Schule in städtischer Trägerschaft, mehr als drei Viertel
nutzen die Nachmittagsangebote. Die Pädagogin Ina Meyer hat die Ideen
zusammengetragen und mit ihren Kollegen umgesetzt. Am Montag, wenn die
Herbstferien enden, gibt sie den Stab an Claudia Koopmann weiter.
37 Stunden arbeiten Lehrer am Nachmittag mit. Weitere 20 Stunden hat
sich die Schule vom Kultusministerium in Geld auszahlen lassen, um damit
Honorare für die Leiter/innen von Arbeitsgemeinschaften zahlen zu
können: Fechten und Trommeln, Kochen oder Tennis – nicht alles können
die Pädagogen selbst veranstalten. Regelrechte Verträge über die
Zusammenarbeit hat die Schule zum Beispiel mit dem SC Sternbusch, den
Johannitern und dem Reitverein geschlossen, um den Kindern dauerhaft und
sicher gute Freizeit- und Spielangebote machen zu können.
Gelernt wird dabei praktisch „nebenbei“ und ganz entspannt. Zum Beispiel
in der „Llameks“-AG: Der Name besteht aus den Anfangsbuchstaben der
Schüler, die AG hat richtige Anteilscheine für „kleines Geld“ an Lehrer
und Eltern verkauft, um sich ein Startkapital zu verschaffen. Ein Ziel:
Für die Mitschüler sollen Spiele angeschafft und ausgeliehen werden.
Weil das teuer ist, arbeiten die Jungen und Mädchen nachmittags, backen
Muffins, Apfelkuchen und Weihnachtsgebäck, um vormittags in den Pausen
„Kasse zu machen“.
Sozialpädagogin Simone Meyer hilft, den Ideen ein Gerüst zu geben. Die
neuste Idee: Die Gruppe will eine Schülerzeitung auflegen. Die jungen
Redakteure planen Interviews mit allen Nachmittagsgruppen, um den
Schulneulingen die Qual der Wahl zu erleichtern. Unterm pädagogischen
Strich deckt die AG viele Fächer und Ziele gleichzeitig ab: Deutsch,
Mathe, Wirtschaft, eigenständiges Lernen und im Team, alles ohne
förmlichen Stundenplan.
Eine Lücke tut sich bislang mittags auf: Solange die neue Mensa an der
Leharstraße noch nicht in Betrieb ist, mangelt es am Mittagessen. Die
Kinder müssen sich praktisch selbst verpflegen, Brote, Obst oder Rohkost
von zuhause mitbringen. Aber: „Viele haben nichts dabei“, sagt Ina
Meyer. Überdies lässt der Zeitplan im Moment nur 25 Minuten Pause zu –
zu wenig, um in Ruhe zu essen und sich vom Vormittag zu erholen.
Im neuen Jahr soll sich das ändern. Die Stadt und die Schule wollen die
Mensa mit einer zweiwöchigen Sonderaktion eröffnen: Kinder und Eltern
sollen kosten, um sich von der Qualität zu überzeugen.
„Die ersten Wochen werden entscheidend sein für die spätere Auslastung“,
glaubt Ina Meyer: „Wir müssen beweisen, dass vernünftiges Essen auch
schmeckt.“ Dann könne die Mittagspause Esskultur, Ruhe und Gemeinschaft
vermitteln – wie im Idealfall zuhause in der Familie.
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