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2008/2009

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  MT, Ausgabe vom Mittwoch, 26.11.08

Auch CDU wünscht sich Umfrage zur Gesamtschule
Fachausschuss fordert Landkreis einmütig zu Befragung der Eltern auf
 

Cloppenburg (kre) – Die CDU scheint ihren grundsätzlichen Widerstand gegen die Gesamtschule zumindest in Cloppenburg langsam aufzugeben. Der Schulausschuss des Stadtrates empfahl am Montagabend einmütig eine Elternumfrage, die den Bedarf in der Kreisstadt klären soll.

Mehr noch: Die Ausschussmitglieder der CDU stimmten nach einer langwierigen Debatte einer Kompromissformel zu, nach der die Stadt einer Gesamtschule in Cloppenburg „positiv gegenübersteht“. SPD, Grüne und Unabhängige hatten zuvor nachdrücklich ein politisches Votum zugunsten dieser Schulform verlangt.

Landesweit hat die CDU die Gesamtschule jahrelang als Konkurrenz zum dreigliedrigen Schulwesen abgelehnt. Im neuen Schulgesetz sind erstmals Ausnahmen mit engen Grenzen vorgesehen. Die Gesamtschule darf nur als Alternative angeboten werden. Der Landkreis als Schulträger muss prüfen, ob ausreichend Eltern die Gesamtschule wünschen.

Die CDU sprach sich im Schulausschuss der Stadt zunächst dafür aus, das Ergebnis der Umfrage abzuwarten, ehe über den politischen Willen abgestimmt wird. Dies entspreche den gesetzlichen Voraussetzungen. Eine Willensbekundung zu diesem Zeitpunkt würde ein Ergebnis vorwegnehmen, das erst noch ermittelt werden müsse, meinte Josef Kuper. Dabei habe die Stadt keine Entscheidungsbefugnis.
SPD, Grüne und Unabhängige argwöhnten, die CDU wolle sich drücken und abwarten, bis der gestern Nachmittag tagende Kreisschulausschuss die Umfrage ablehne. „Dann sind Sie aus dem Schneider“, vermutete Gudrun Lüdders (Grüne). Die CDU-Ratsmitglieder verwahrten sich dagegen. Sennoch lehnte der Kreisschulausschuss gestern die Befragung ab.

In einer persönlichen Meinungsäußerung bekundete Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese, es wäre schlecht, wenn die Möglichkeit der Gesamtschule „grundsätzlich begraben“ würde. „Den Bedarf will ich schon wissen“, sagte er.

Am Ende verabschiedete der Ausschuss einen Kompromissvorschlag von Rita Jansgers (CDU), den auch die Unabhängigen mit Erleichterung annahmen. Ratsfrau Jutta Klaus hält besonders die Haupt- und Realschule an der Leharstraße für geeignet, um eine Gesamtschule einzurichten. Die Kinder würden bisher zu früh nach Schularten sortiert und damit ab der 4. Klasse einem zu großen Leistungsdruck ausgesetzt, sagte sie. Ziel müsse es sein, starke und schwache Schüler unter einem Dach zu fördern.
Die SPD sieht in der Gesamtschule auch eine Chance, auf die Verlagerung von der Haupt- zur Realschulen zu reagieren. „Tun wir etwas gegen diese unhaltbaren Zustände“, appellierte Ratsherr Heinz-Georg Berg.

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 

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