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MT, Ausgabe vom Mittwoch, 26.11.08
Auch CDU wünscht sich Umfrage
zur Gesamtschule
Fachausschuss fordert Landkreis einmütig zu Befragung der Eltern auf
Cloppenburg (kre) – Die CDU scheint
ihren grundsätzlichen Widerstand gegen die Gesamtschule zumindest in
Cloppenburg langsam aufzugeben. Der Schulausschuss des Stadtrates
empfahl am Montagabend einmütig eine Elternumfrage, die den Bedarf
in der Kreisstadt klären soll.
Mehr noch: Die Ausschussmitglieder der CDU stimmten nach einer
langwierigen Debatte einer Kompromissformel zu, nach der die Stadt
einer Gesamtschule in Cloppenburg „positiv gegenübersteht“. SPD,
Grüne und Unabhängige hatten zuvor nachdrücklich ein politisches
Votum zugunsten dieser Schulform verlangt.
Landesweit hat die CDU die Gesamtschule jahrelang als Konkurrenz zum
dreigliedrigen Schulwesen abgelehnt. Im neuen Schulgesetz sind
erstmals Ausnahmen mit engen Grenzen vorgesehen. Die Gesamtschule
darf nur als Alternative angeboten werden. Der Landkreis als
Schulträger muss prüfen, ob ausreichend Eltern die Gesamtschule
wünschen.
Die CDU sprach sich im Schulausschuss der Stadt zunächst dafür aus,
das Ergebnis der Umfrage abzuwarten, ehe über den politischen Willen
abgestimmt wird. Dies entspreche den gesetzlichen Voraussetzungen.
Eine Willensbekundung zu diesem Zeitpunkt würde ein Ergebnis
vorwegnehmen, das erst noch ermittelt werden müsse, meinte Josef
Kuper. Dabei habe die Stadt keine Entscheidungsbefugnis.
SPD, Grüne und Unabhängige argwöhnten, die CDU wolle sich drücken
und abwarten, bis der gestern Nachmittag tagende Kreisschulausschuss
die Umfrage ablehne. „Dann sind Sie aus dem Schneider“, vermutete
Gudrun Lüdders (Grüne). Die CDU-Ratsmitglieder verwahrten sich
dagegen. Sennoch lehnte der Kreisschulausschuss gestern die
Befragung ab.
In einer persönlichen Meinungsäußerung bekundete Bürgermeister Dr.
Wolfgang Wiese, es wäre schlecht, wenn die Möglichkeit der
Gesamtschule „grundsätzlich begraben“ würde. „Den Bedarf will ich
schon wissen“, sagte er.
Am Ende verabschiedete der Ausschuss einen Kompromissvorschlag von
Rita Jansgers (CDU), den auch die Unabhängigen mit Erleichterung
annahmen. Ratsfrau Jutta Klaus hält besonders die
Haupt- und Realschule an der Leharstraße
für geeignet, um eine Gesamtschule einzurichten. Die Kinder würden
bisher zu früh nach Schularten sortiert und damit ab der 4. Klasse
einem zu großen Leistungsdruck ausgesetzt, sagte sie. Ziel müsse es
sein, starke und schwache Schüler unter einem Dach zu fördern.
Die SPD sieht in der Gesamtschule auch eine Chance, auf die
Verlagerung von der Haupt- zur Realschulen zu reagieren. „Tun wir
etwas gegen diese unhaltbaren Zustände“, appellierte Ratsherr
Heinz-Georg Berg.
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