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Gedenkfeier am 09.11.2008

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Leuchterübergabe - Fotos

Münsterländische Tageszeitung online, 10.11.2008

Erinnerung an einen grausamen Tag
Gedenkfeier für die Opfer der Reichspogromnacht


Cloppenburg (ah) – Bundesweit wurde bei Gedenkfeiern den Opfern der Reichspogromnacht von 1938 gedacht. In Cloppenburg lud die Haupt- und Realschule Leharstraße in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V. im Oldenburger Münsterland unter dem Thema „Zukunft braucht Erinnerung – 70 Jahre Reichspogromnacht“ zu einer Gedenkveranstaltung in die Evangelische Kirche ein.

Die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 gehört zweifellos zu den dunkelsten Kapiteln in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Der Tag, an dem organisierte Schlägertrupps über 7500 jüdische Geschäfte, über 270 Synagogen und Gotteshäuser in Brand setzten, an dem tausende Juden misshandelt, verhaftet und rund 1500 Menschen getötet wurden. Spätestens an diesem Tag konnte jeder in Deutschland sehen, dass Antisemitismus und Rassismus bis hin zum Mord staatsoffiziell geworden war. Diese Nacht war das Signal zum größten und schlimmsten Völkermord in der Geschichte der Menschheit.

Mit der Gedenkfeier erinnerten die Schülerinnen und Schüler an Irena Sendler, eine leise Heldin der Geschichte. Sie riskierte im Warschauer Ghetto ihr Leben, um mehr als 2500 jüdische Kinder vor den Nazis zu retten und verhalf ihnen zu einem neuen Leben in Freiheit.

Cloppenburgs Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese sprach am Gedenkstein der jüdischen Synagoge vom 9. November als einen denkenswerten Tag eines grausamen Ereignisses, den man nicht vergessen dürfe. Er bezeichnete die rund 200 Teilnehmer der Gedenkfeier als Hüter der Demokratie, die mit dafür verantwortlich seien, dass sich diese Gräueltaten nicht wiederholen dürfen.

Als ein Friedenssymbol bezeichnet Dr. Wiese den Leuchter, der von Jahr zu Jahr an die Schulen der Stadt Cloppenburg weitergegeben wird. „Diesen Leuchter müssen wir in unserer Demokratie hüten und schützen. Er ist gewissermaßen ein Staffelstab, der Jahr für Jahr an eine andere Schule weitergegeben wird, um das Gedenken fortzuführen“.

Unsere Schülersprecherin Erika Suppes (links) übergibt den Leuchter am Gedenkstein der jüdischen Synagoge an die Schülersprecherin des Liebfrauengymnasiums.

 

Nach der feierlichen Übergabe des Leuchters an eine Schülerin des Liebfrauengymnasiums wurde im Foyer der Volksbank Cloppenburg eine Ausstellung mit Fotos und Dokumenten über das jüdische Leben eröffnet. Zu sehen ist auch ein Modell der 1866 eingeweihten Cloppenburger Synagoge sowie ein Originalstein aus dem Mauerwerk des jüdischen Gotteshauses.

Konzipiert und vorbereitet wurde die Ausstellung von Toni Bösterling, der einleitende Worte zur Ausstellung sprach.

 

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